Das Bild in diesem Blog-Beitrag stammt von Lutz Peter von Pixabay

Nun ist es doch noch passiert. Ich habe endlich den 3D-Drucker-Bausatz Prusa i3 MK3 zusammengebaut, den ich 2018 gekauft hatte.

Warum es so lange gedauert hat? Nun, ich war wirklich heiß darauf, in den 3D-Druck einzusteigen. Aber als der Prusa i3 MK3 Bausatz in einer großen Kiste ankam, war ich doch etwas erschrocken. In der Anleitung stand, dass der Bausatz in vier bis acht Stunden zusammengebaut werden kann. Aber das hielt ich für eine überaus optimistische Schätzung, vor allem, wenn man die Fehlersuche und das anschließende Herumprobieren mit einbezieht. Außerdem hatte ich keine zwei oder drei aufeinanderfolgende freien Tage, die ich dafür hätte nutzen können. Es musste also noch einige Zeit warten.

Am Ende war es nicht so schlimm, wie ich es erwartet hatte. Der Bausatz besteht aus etwa 130 Schrauben, 50 Muttern und 120 anderen Teilen. Und das alles habe ich in weniger als 16 Stunden zusammengebaut. Dabei habe ich mir natürlich den Kopf zerbrochen und all die Kommentare gelesen, die andere Leute in der Online-Anleitung hinterlassen hatten. Überdies hatte ich meine IKEA-Momente, als ich, nachdem ich mit einem Kapitel fast fertig war, feststellte, dass ein Teil falsch ausgerichtet war, und ich das Teil, das ich gerade gebaut hatte, wieder auseinandernehmen musste. Ich muss jedoch zugeben, dass die Anleitungen (die als gedrucktes Heft und als Online-Anleitung mit Kommentaren von anderen geliefert wurden) äußerst detailliert und meistens sehr leicht nachzuvollziehen sind.

Bau des Druckers

Die große Überraschung war, dass der Drucker fast sofort nach dem Zusammenbau funktionierte. Das Einzige, was ich einstellen musste, war die Höhe, auf der die erste Schicht gedruckt wird. Und dann konnten alle Beispielmodelle problemlos gedruckt werden.

Zusammengebauter Drucker mit ersten Testdrucken

Allerdings dauert das Drucken ziemlich lange. Fast zwei Stunden muss man warten, bis das kleine Boot fertig ist. Das Planetengetriebe braucht sogar 10 Stunden.

Das nächste, was ich drucken wollte, war Freiburg. Tatsächlich natürlich nur ein 19×19 cm großes Modell des Stadtzentrums. Die 3D-Daten findet man auf der Website Cults3d.com und die geschätzte Druckzeit beträgt 20 Stunden. Das Herunterladen des Modells und die Erstellung der G-Codes waren ein Kinderspiel, aber dann schlug der Druck zweimal fehl.

Freiburg drucken

Zuerst verhedderte sich das Filament auf der Spule, und der Drucker blieb mitten im Druckvorgang stehen. Der Grund dafür war, dass ich nicht dafür gesorgt hatte, dass das Filament fest genug auf der Spule gewickelt war. In einem Blogbeitrag erklärt Alec von MatterHackers, wie solche Verwicklungen entstehen und wie man sie vermeiden kann. Bei meinem zweiten Druckversuch hat das Filament den Extruder verstopft. Das passiert offenbar, wenn man Filament verwendet, das zu viel Wasser enthält. Also lernte ich, den Extruder zu zerlegen und zu reinigen, was glücklicherweise auf der Prusa-Website sehr gut erklärt wird. Beim dritten Mal hat das Drucken dann geklappt.

Freiburg

Und man kann sogar das Freiburger Münster erkennen, wie auf dem nächsten Foto zu sehen ist. Natürlich ist die Auflösung des Druckers begrenzt, wie man sehen kann.

Freiburg Münster

Wie geht es nun weiter? Zum einen werde ich mich ins 3D-Design vertiefen. Als Ausgangspunkt ich mir zwei Bücher von Lydia Sloan Cline ausgesucht: 3D Printer Projects for Makerspaces und Fusion 360 for Makers. Dann habe ich ein Gehäuse für den Drucker bestellt, das ein Luftfiltersystem enthält, da die Druckerdämpfe, die ja ungiftig sein sollen, doch sehr störend sind. Und schließlich habe ich ein 3D-Scanner-Kit gekauft, für das ich zuerst die mechanischen Teile drucken muss. Es gibt also eine Menge zu tun!

Schließlich stellt sich noch die Frage, ob mein Drucker nach vier Jahren in der Kiste nicht hoffnungslos veraltet ist. Es stellt sich heraus, dass Prusa mittlerweile ein neues Modell anbietet. Allerdings kann ich das Upgrade auf das aktuelle Modell für 50 € kaufen. Vielleicht werde ich das in Zukunft tun. Allerdings scheint der Drucker so, wie er ist, gut zu funktionieren, und die Unterschiede sind nicht revolutionär. Selbst Prusa schreibt, dass „wenn ihr MK3/S ohne Probleme läuft, Sie keine signifikanten Verbesserungen der Druckqualität erzielen werden.“

Alles in allem bin ich also recht zufrieden mit dem Drucker-Kit und kann nur bestätigen, was PCMag.com über die aktuelle Version des Prusa-Druckers geschrieben hat: „[…] der i3 MK3S+ ist die Krönung von fast einem Jahrzehnt der Verfeinerung des Flaggschiffs unter den 3D-Druckern des Unternehmens. Er ist einfach einzurichten und zu bedienen und produzierte in unseren Tests durchweg Drucke von überdurchschnittlicher Qualität ohne nennenswerte Probleme.“ Wer also auf der Suche nach einem 3D-Drucker oder einem 3D-Drucker-Bausatz ist und noch keine Erfahrung mit 3D-Druck hat, der oder die sollte den Prusa-Drucker unbedingt in Betracht ziehen!

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